Beispiele für mögliche Schutzmaßnahmen

Im Folgenden wird eine Auswahl an möglichen Schutzmaßnahmen für Feld- und Wiesenvögel vorgestellt und näher erläutert. Dies ist keine abschließende Auflistung.

Übersicht der möglichen Maßnahmen für den Gelege- und Kükenschutz inkl. der jeweiligen Bewertung.

MaßnahmePunkte
AckerGelegeschutz (pro Gelege und Bearbeitungsschritt), Markierung durch NZ *0,5
Gelegeschutz (pro Gelege und Bearbeitungsschritt), Markierung durch Landwirt2
Extra-Punkte Gelegeschutz (bei einer Anzahl von mindestens 5 Gelegen)10
Bearbeitungsfreie Schonzeit auf Maisäckern (22. März bis 20. Mai)8
Anlage von Ackerbrachen durch Selbstbegrünung oder Einsaat bis 31.3.8
Anlage von Blühstreifen oder -flächen durch Einsaat mit geeignetem Saatgut8
Extra-Punkte Ackerbrache/Blühfläche bei einer Fläche ab 0,6 ha15
Doppelter Saatreihenabstand im Winter- und Sommergetreide5
Stehen lassen von Raps- oder Getreidestoppeln (außer Mais) über die Wintermonate5
Ernteverzicht von Getreide (Streifen oder Teilfläche)15
GrünlandGelegeschutz (pro Gelege und Bearbeitungsschritt), Markierung durch NZ *0,5
Gelegeschutz (pro Gelege und Bearbeitungsschritt), Markierung durch Landwirt2
Auszäunen von Nestern auf Weideflächen oder Schutz durch Metallkorb2
Extra-Punkte Gelegeschutz (bei einer Anzahl von mindestens 5 Gelegen)10
Einrichtung von ungemähten Teilflächen, Schonstreifen bei der Mahd2
Verzögerung der Mahd bzw. Beweidung bis 1.6. (nur bei Vorkommen von Wiesenvögeln)4
Verzögerung der Mahd bzw. Beweidung bis 15.6. (nur bei Vorkommen von Wiesenvögeln)8

 * nur in der Region Rees-Emmerich möglich

Gelegeschutz

Eine wichtige Schutzmaßnahme ist das Markieren und Umfahren der Nester sowohl im Grünland als auch auf Ackerflächen. Dabei hat es sich bewährt die Nester mit jeweils zwei dünnen, ca. einen Meter langen Bambusstangen zu markieren. Allerdings sollten die Bambusstangen dabei nicht direkt am Nest in den Boden gesteckt werden, sondern jeweils 5 m vor und hinter dem Nest in Bearbeitungsrichtung. Für eine bessere Sichtbarkeit können die Stäbe am oberen Ende mit Leuchtfarbe versehen werden.

Gelegeschutz beim Verschlauchen (der Schlauch rutscht über das Metallgestänge ohne die Eier zu beschädigen).
Markiertes Kiebitz-Nest. Erfolgreicher Gelegeschutz bei der Bearbeitung bis hin zur Maiseinsaat.

Bearbeitungsfreie Schonzeit auf Maisäckern

Gerade bei Ackerflächen mit größeren feuchten Senken, die ohnehin schwierig zu bewirtschaften sind, bietet es sich an die Maiseinsaat soweit zu verzögern bis die Küken geschlüpft und mobil sind. Gleichzeitig ist die Bodenbearbeitung zu einem späteren Zeitpunkt auch oft einfacher, da die Flächen abtrocknen konnten. Hierbei ist es wichtig, dass die Küken in geeignete Strukturen abwandern können, also z.B. Blüh- und Brachestreifen oder unbefestigte Feldwege mit breiten Saumstrukturen im direkten Umfeld zu finden sind. Bei größeren Ackerflächen besteht auch die Möglichkeit, diese Maßnahme nur auf einer Teilfläche umzusetzen.

Extra-Punkte Ackerbrache/Blühfläche (ab 0,6 ha)

Im Gegensatz zu kleinflächigen und schmalen Brache- und Einsaatstreifen sind besonders großflächige Ackerbrachen und Blühflächen von großem naturschutzfachlichem Wert, da sie den Wiesen- und Feldvögeln mehr Schutz vor Fressfeinden, aber auch mehr Nahrung bieten. Schmale Blühstreifen werden z.B. von Füchsen häufiger gezielt nach Nahrung abgesucht und bieten weniger Versteckmöglichkeiten. Die Pflege von mehrjährigen Blühstreifen sollte wenn möglich gestaffelt erfolgen, so dass ein Teilbereich über den Winter stehengelassen wird und z.B. Insekten in den abgestorbenen Pflanzen bis ins Frühjahr überwintern können, aber auch Deckung für das Niederwild erhalten bleibt.