Wettbewerb zum Wiesenvogelschutz

Als Wiesenvögel werden verschiedene Vogelarten bezeichnet, die offene und baumarme Landschaften besiedeln. Zu den bei uns vorkommenden Wiesenvögeln gehören u.a. Kiebitz, Großer Brachvogel, Austernfischer, Rotschenkel, Uferschnepfe und Feldlerche. Durch Veränderungen in der Landschaft und der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung haben einige Wiesenvogelarten ihren Brutplatz auf Ackerflächen verlagert. Besonders beim Kiebitz brütet mittlerweile ein beachtlicher Anteil der Population auf konventionellen Ackerflächen.

Als Bodenbrüter sind Wiesenvögel vielen Gefahren ausgesetzt. Zum Beispiel kann es auf Äckern und im Grünland durch die landwirtschaftliche Bearbeitung zu Verlusten kommen, wenn sich die Brutzeit mit den im Frühjahr auf landwirtschaftlichen Nutzflächen anstehenden Bearbeitungsschritten überschneidet. Aber auch weitere Faktoren wie u.a. freilaufende Hunde, der Rückgang landwirtschaftlicher Nutzfläche, der Rückgang von lückigen Störstellen und Sonderstandorten (hierunter sind z.B. Fehlstellen im Getreide oder Grünland, Randstreifen unter Zäunen, Störstellen an Viehtränken zu verstehen), Fehlen von artenreichen Säumen, der Verlust von unbefestigten Wegen sowie Verluste durch Prädation verschärfen die schwierige Situation für die Wiesenvögel.  Der in den vergangenen Jahren oftmals schlechte Bruterfolg der Wiesenvögel hat bereits - auch bei den ehemals häufigeren Arten - zu starken Bestandsrückgängen geführt. Dies wurde 2020 besonders beim Kiebitz ersichtlich, dessen kreisweiter Bestand in den letzten 16 Jahren um 50-60 % zurückgegangen ist.

Daher veranstaltet das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. zusammen mit der Aufwind gGmbh für Natur- und Umweltschutz einen Wettbewerb zum Wiesenvogelschutz. Der Wettbewerb soll einerseits ein Ansporn für die Landwirte sein, ihre freiwilligen Maßnahmen für die Wiesen- und Feldvogelfauna zu verstärken und andererseits diese Leistungen auch honorieren. Landwirte, die an dem Wettbewerb teilnehmen möchten, finden die notwendigen Informationen auf der Homepage des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve unter www.nz-kleve.de unter dem Menüpunkt Wiesenvogelwettbewerb. Dort sind auch die Teilnahmebedingungen zu finden.

Gewertet werden zum einen Maßnahmen, die den Wiesen- und Feldvögeln zugutekommen, unabhängig von der tatsächlichen Anwesenheit dieser. Diese Maßnahmen wirken sich auch auf viele andere Tierarten positiv aus und fördern damit nachhaltig die biologische Vielfalt im landwirtschaftlichen Raum. Bei Brache- oder Blühflächen ab einer Größe ab 0,6 ha werden zudem Zusatzpunkte vergeben. Zum anderen wird der direkte Schutz vorhandener Gelege bei der Bearbeitung der Felder honoriert. Dabei wird jedes Gelege gewertet, das nach der Bearbeitung unversehrt ist. Bei höheren Brutdichten, die die Bewirtschaftung besonders erschweren, werden Zusatzpunkte vergeben. Dies gilt auch für Weideflächen, auf denen der betroffene Bereich ausgezäunt oder das Gelege mit einem Metallkorb geschützt werden kann.

Unter den teilnehmenden Landwirten werden drei Teilnehmer pro Jahr ausgewählt, die am meisten zum Schutz der Feld- und Wiesenvögel beigetragen haben. Für die Preisträger winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 € (1.Preis 5.000 €, 2. Preis 3.000 € und 3. Preis 2.000 €). Langfristiges Ziel des Projektes ist es, die hohe Bedeutung der Landwirtschaft für den Wiesenvogelschutz hervorzuheben und teilnehmenden Landwirten unsere Wertschätzung für diese „Dienstleistung für den Naturschutz“ aufzuzeigen.

Der Wettbewerb wurde erstmalig 2019 durchgeführt und als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2020 ausgezeichnet. Diese Auszeichung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. Der Wettbewerb wird in einem zweijährigen Turnus fortgesetzt. Die genauen Informationen zum Einsendeschluss und der Maßnahmen-Dokumentation durch die Landwirte sind in den Teilnahmebedingungen zu finden (s. auch unter www.nz-kleve.de\projekte\wiesenvogelschutz\wettbewerb).