Wettbewerb zum Wiesenvogelschutz

Als Wiesenvögel werden verschiedene Vogelarten bezeichnet, die offene und baumarme Landschaften besiedeln. Zu den bei uns vorkommenden Wiesenvögeln gehören u.a. Kiebitz, Großer Brachvogel, Austernfischer, Rotschenkel, Uferschnepfe und Feldlerche. Durch Veränderungen in der Landschaft und der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung haben einige Wiesenvogelarten ihren Brutplatz auf Ackerflächen verlagert. Besonders beim Kiebitz brütet mittlerweile ein beachtlicher Anteil der Population auf konventionellen Ackerflächen.

Als Bodenbrüter sind Wiesenvögel vielen Gefahren ausgesetzt. Zum Beispiel kann es auf Äckern und im Grünland durch die landwirtschaftliche Bearbeitung zu Verlusten kommen, wenn sich die Brutzeit mit den im Frühjahr auf landwirtschaftlichen Nutzflächen anstehenden Bearbeitungsschritten überschneidet. Aber auch weitere Faktoren wie u.a. freilaufende Hunde, der Rückgang landwirtschaftlicher Nutzfläche, der Rückgang von lückigen Störstellen und Sonderstandorten (hierunter sind z.B. Fehlstellen im Getreide oder Grünland, Randstreifen unter Zäunen, Störstellen an Viehtränken zu verstehen), Fehlen von artenreichen Säumen, der Verlust von unbefestigten Wegen sowie Verluste durch Prädation verschärfen die schwierige Situation für die Wiesenvögel.  Der in den vergangenen Jahren oftmals schlechte Bruterfolg der Wiesenvögel hat bereits - auch bei den ehemals häufigeren Arten - zu starken Bestandsrückgängen geführt. Dies wurde 2018 besonders beim Kiebitz ersichtlich, dessen Bestand gegenüber dem Vorjahr erneut stark zurückgegangen ist.

Daher veranstaltet das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. zusammen mit der Stiftung Aufwind gGmbh für Natur- und Umweltschutz einen Wettbewerb zum Wiesenvogelschutz. Der Wettbewerb soll einerseits ein Ansporn für die Landwirte sein, ihre freiwilligen Maßnahmen für die Wiesen- und Feldvogelfauna zu verstärken und andererseits diese Leistungen auch honorieren. Landwirte, die an dem Wettbewerb teilnehmen möchten, finden die notwendigen Informationen auf der Homepage des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve unter www.nz-kleve.de unter dem Menüpunkt Wiesenvogelwettbewerb. Dort sind auch die Teilnahmebedingungen zu finden.

Gewertet werden zum einen Maßnahmen, die den Wiesen- und Feldvögeln zugutekommen, unabhängig von der tatsächlichen Anwesenheit dieser. Zum anderen wird der direkte Schutz vorhandener Gelege bei der Bearbeitung der Felder honoriert. Dabei wird jedes Gelege gewertet, das nach der Bearbeitung unversehrt ist. Bei höheren Brutdichten, die die Bewirtschaftung besonders erschweren, werden Zusatzpunkte vergeben. Dies gilt auch für Weideflächen, auf denen der betroffene Bereich ausgezäunt oder das Gelege mit einem Metallkorb geschützt werden kann.

Unter den teilnehmenden Landwirten werden drei Teilnehmer pro Jahr ausgewählt, die am meisten zum Schutz der Feld- und Wiesenvögel beigetragen haben. Für die Preisträger winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 6.000 € (1.Preis 3.000 €, 2. Preis 2.000 € und 3. Preis 1.000 €). Langfristiges Ziel des Projektes ist es, die hohe Bedeutung der Landwirtschaft für den Wiesenvogelschutz hervorzuheben und teilnehmenden Landwirten unsere Wertschätzung für diese „Dienstleistung für den Naturschutz“ aufzuzeigen.

Wenn sich dieser erstmalige Versuch des Wettbewerbs bewährt, ist es geplant, den Wettbewerb in einem zweijährigen Turnus zu wiederholen. Die genauen Informationen zum Einsendeschluss und der Maßnahmen-Dokumentation durch die Landwirte sind in den Teilnahmebedingungen zu finden (s. auch unter www.nz-kleve.de\projekte\wiesenvogelschutz\wettbewerb).