Highlights der Fotofallen-Auswertung im Rahmen des GBRA-Projektes

Im Rahmen des Euregio-Projekts „Die Grün-Blaue Rhein-Allianz“ sucht das Naturschutzzentrum nach Fischottern. Sowohl in den Niederlanden, als auch im Kreis Borken breiten sie sich wieder aus. Der Untere Niederrhein ist somit in absehbarer Zeit auch wieder besiedelt. Sie von Angesicht zu Angesicht zu sehen ist dabei aber gar nicht so einfach, denn sie meiden den Kontakt zum Menschen und sind größtenteils nachtaktiv. Bejagung und Umweltverschmutzung haben sie bereits einmal in NRW zum Aussterben gebracht. Wir vom NZ Kleve suchen deshalb nach versteckten Spuren, wie Kothäufchen oder Fußabdrücken und setzen ergänzend dazu auch Fotofallen ein. Entlang von bestimmten Gewässerläufen sind verschiedene Fotofallen im Einsatz. Sie müssen alle so platziert sein, dass sich die Tiere möglichst lange vor der Kamera aufhalten.  

Das wichtigste vorweg: bisher konnten keine Fischotter gefunden werden. Es gibt allerdings noch eine ganze Reihe anderer Tiere, die man in der Nähe von Gewässern finden kann.

Zum Beispiel Biber. Einst in den Niederlanden wieder ausgewildert, sind heute weite Teile des Unteren Niederrheins besiedelt. An vielen Flüssen und Seen lassen sich Biberspuren wie abgenagte Bäume oder die sogenannten Biberrutschen finden. Bei einer Fotofalle lässt sich regelmäßig eine ganze Biberfamilie blicken. Mindestens zwei verschiedene Alttiere und ein Jungtier wurden gefilmt.

An der gleichen Stelle lässt sich seit ein paar Wochen regelmäßig ein Jungfuchs blicken. Füchse sind eigentlich nur selten auf den Fotos zu sehen. Sie sind sehr vorsichtig, wenn es um menschliche Gerüche geht. Dieses Exemplar scheint aber noch keine schlechten Erfahrungen mit den Menschen gemacht zu haben.

Für einen besonders skurrilen Höhepunkt hat ein Reh gesorgt. Es entleerte bereits mehrfach in einem Bach seine Blase direkt vor der Kamera.

Auf den meisten Bildern sind aber Wasservögel zu sehen. Stockenten und Blässrallen sind an nahezu allen Gewässern zu finden, über den Sommer auch immer wieder mit Küken. Über die Anzahl und das Alter der Küken bekommt man schnell einen Überblick, wie viele Brutpaare es in der Nähe gegeben hat.

Viele Uferstellen werden von Reihern für die Nahrungssuche genutzt. In den Wintermonaten dominieren die weißen Silberreiher, während im Sommer fast ausschließlich Graureiher zu sehen sind. Ein Exemplar ist dabei besonders erwähnenswert. Dieser Graureiher versuchte längere Zeit einen großen Aal zu erbeuten, bis er ihn endlich hatte. Die Fotofalle konnte sogar ein Video davon aufnehmen.  

Neben diesen häufigeren Arten gab es aber auch ein paar unerwartete Highlights. Anfang des Jahres stocherte eine in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bekassine vor einer Fotofalle mit ihrem langen Schnabel auf der Suche nach Nahrung im Boden herum. Außerdem schwamm eine Gruppe Mandarinenten an einer anderen Fotofalle vorbei. Mandarinenten stammen ursprünglich aus Ostasien. Erfolgreiche Brut ist für den Unteren Niederrhein bisher nicht bekannt, aber kleine Grüppchen kommen immer mal wieder vor. Sie sind klassische Gefangenschaftsflüchtlinge.

Leider gar nicht mehr so selten sind Schildkröten, die von ihrem ursprünglichen Halter ausgesetzt werden, weil sie zu groß wurden oder weil der Halter das Interesse verloren hat. Das ist wohl auch der Ursprung einer Schildkröte, die ihren Weg an einer Fotofalle vorbei gesucht hat, um ein Wehr zu umgehen. Durch die Trockenheit im Sommer war ihre Seite des Gewässers nahezu trocken gefallen.

Wir bleiben weiter gespannt, was uns in den nächsten Monaten noch alles vor die Linse laufen wird!