Grün-Blaue Rhein-Allianz

Das Interreg-Projekt „Grün Blaue Rhein Allianz“ ist offiziell im Mai 2017 gestartet. Unter der Projektleitung von ARK Natuurontwikkeling (lead partner) wollen neun weitere Projektpartner (Rijkswaterstaat, Waterschap Rijn en Ijssel, Vereniging Nederlands Cultuurlandschap, Sportvisserij Nederland, Stichting de Bastei, Bezirksregierung Düsseldorf, Biologische Station Wesel e.V., NABU Naturschutzstation Niederrhein e.V. und das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V.) ein grenzüberschreitendes Netzwerk für den Naturschutz entlang des Rheinkorridors aufbauen. Im Fokus stehen dabei Tiere wie der Fischotter oder wandernde Fische wie der Stör, die ihren Lebensraum eng an die Gewässerläufe gebunden haben. Durch verschiedene Exkursionen und Vorträge soll darüber hinaus auch in der Bevölkerung, von Kindern bis hin zu Erwachsenen, das Bewusstsein für eine intakte Rheinaue und deren ökologische Funktion erhöht werden.

Arbeitsgruppe Fischotter

Einer der Themenschwerpunkte des Naturschutzzentrums ist der Fischotter. Der Fischotter ist eine streng geschützte FFH-Art. In Nordrhein-Westfalen galt er seit Mitte des letzten Jahrhunderts als ausgestorben. Nach Wiederansiedlungsprojekten in verschiedenen niederländischen Provinzen und dem plötzlichen Wiederauftauchen der Art im Münsterland, breiten sie sich nun von mehreren Seiten Fischotterpopulationen in Richtung Kreis Kleve aus. Einer der ersten Nachweise eines Fischotters im Kreisgebiet war der Totfund eines Männchens am Ottersgraben an der B9 bei Weeze im November 2016. Dieser Vorfall zeigt exemplarisch die größte Bedrohung für den Fischotter. Durch zunehmenden Straßenverkehr ist fast jede Flussquerung zu einer potentiellen Engstelle für die Tiere geworden. Neben der aktuellen Bestands- und Verbreitungserfassung ist deshalb ein ganz wichtiges Ziel dieser Arbeitsgruppe die hiesigen Lebensräume ökologisch aufzuwerten. Zum einen sollen besonders gefährliche Engstellen durch verschiedene Maßnahmen entschärft werden. Neben Fischottern können dann auch andere Tiere davon profitieren. Zum anderen sollen entlang besonders strukturschwacher Flussabschnitte sog. Fauna-Stepping-Stones gestaltet werden, die dem Fischotter die Möglichkeit geben regelmäßig Rast zu machen oder sogar Junge aufzuziehen. Dazu sollen künstliche Otterbauten eingebaut oder naturnahe Uferzonen angelegt werden. Alle diese Aktionen werden innerhalb der deutsch-niederländischen Arbeitsgruppe besprochen und priorisiert. Das Naturschutzzentrum übernimmt dabei die leitende Funktion und koordiniert Termine und Aktionen.