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22.10.2018 05:17 Alter: 246 days
Kategorie: Sonstiges

Blänkenanlage im Naturschutzgebiet Hübsche Grändort


Blänkenbau Oktober 2018

Blänkenbau Oktober 2018

Bodenprofil mit sichtbarer Auflandung

Bodenprofil mit deutlich sichtbarer Sedimentablagerung

Rotschenkel nutzen gerne schlammige Blänke

Rotschenkel nutzen gerne schlammige Blänken

Das Naturschutzgebiet Hübsche Grändort liegt südlich von Rees am rechten Rheinufer. Es gehört zum EU-Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“ und wird von tiefliegenden Gründlandflächen geprägt. Diese werden alljährlich schon bei geringen Hochwässern des Rheinstroms großflächig überflutet. Im Frühjahr bleibt das Wasser dann in Geländemulden lange stehen. Diese "Blänken" innerhalb ausgedehnter Grünlandflächen sind bevorzugte Brutplätze für Wat- und Wiesenvögel wie Kiebitz und Rotschenkel.

Durch Sedimentablagerungen sind in den letzten 30 Jahren die meisten ehemaligen Flutmulden zunehmend verlandet. Sie fallen somit früher trocken und haben als Brutplatz für Watvögel deutlich an Wert eingebüßt. Deshalb wurden schon vor einigen Jahren drei dieser Flutmulden entschlammt, wovon z. B. der vom Aussterben bedrohte Rotschenkel profitierte.

In der vergangenen Woche wurden drei weitere Flachgewässer ausgebaggert, da die Rahmenbedingungen aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit besonders günstig waren. Diese Blänken sind zwischen 25 – 40 cm tief und fallen in normalen Jahren im Spätsommer trocken. Insgesamt umfassen die drei Mulden eine Fläche von 1 ha. Beim Ausbaggern war im Bodenprofil überall zu erkennen, dass die obere Bodenschicht erst in den letzten Jahrzehnten aufgelagert worden ist. Im Bodenhorizont zeigten Reste von eingeschwemmten Plastikmüll in ca. 15 cm Tiefe vielfach an, dass der darüber liegende Boden durch Feinschlamm bei Hochwässern sukzessive „aufgelandet“ worden ist.

Die Neuanlage der Blänken verbessert das Brutplatzangebot für Wat- und Wasservögel im Naturschutzgebiet und liefert neue Laichplätze für Amphibien (u.a. Kreuzkröte). Außerdem werden ausgedehnte Feuchtstandorte für auentypische Pflanzen geschaffen, von denen wiederum zahlreiche spezialisierte Insekten (z.B. Sumpfschrecken) profitieren