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15.03.2021 00:00 Alter: 54 days
Kategorie: Sonstiges

Steinkauzerfassung zwischen Emmerich und Rees – nächtliche Kartierer unterwegs


Der Steinkauz ist einer der Charaktervögel am Niederrhein. Der kauzige Höhlenbrüter hat eine enge Bindung an die grünlandreiche Landschaft. Er nistet hier in den alten, knorrigen Kopf- oder Obstbäumen und nutz die Wiesen und Weiden zur Jagd. Sein Beutespektrum umfasst Mäuse, Käfer und Regenwürmer Manchmal brütet der Steinkauz auch in dunklen Nischen alter Gebäude. Der im Bundesgebiet als gefährdet geltende Vogel hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und hier im Besonderen auch bei uns am Niederrhein. Um seine Bestandentwicklung im Auge zu behalten, führt das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve, soweit möglich, jährlich eine Erfassung der Steinkäuze im rechtsrheinischen Bereich des Kreises Kleve (zwischen Emmerich, Rees und Millingen) durch. So auch in diesem Jahr.

Die Nachtaktivität des Steinkauzes, der früher aufgrund abergläubischer Vorstellungen als „Totenvogel“ bezeichnet wurde, zwingt natürlich auch die Mitarbeiter des Naturschutzzentrums zur Nachtarbeit Dabei machen sich die Kartierer das territoriale Verhalten des Steinkauzes zunutze. Spielt man nämlich seinen Reviergesang, mittels Klangattrappe ab, so wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein in Hörweite weilender Revierbesitzer mit dem gleichen Ruf antworten, um sein Territorium zu markieren. Besonders ruffreudig sind die Steinkäuze im zeitigen Frühjahr von Ende Februar bis Mitte April. Das „Verhören“ mit Hilfe der Klangattrappe gilt in diesem Zeitraum als einfache Nachweismethode mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit. Um sicher zu gehen, dass der Steinkauz auch wirklich ein Revier dauerhaft besetzt, muss die Kartierung im diesem Zeitraum 2-3 wiederholt werden. Außerdem können so auch Steinkäuze erfasst werden, welche beim ersten Mal nicht sehr ruffreudig waren.

Sollten Sie im genannten Zeitraum verdächtige Fahrzeuge am Straßenrand bemerken, aus deren Richtung der Ruf eines Steinkauzes ertönt, so ist in diesem Fall nichts zu befürchten außer einer zusätzlichen, nur wenige Minuten dauernden Gesangseinlage eines Steinkauzes.

Weitere Informationen zum Steinkauz finden Sie hier.