News

< Endlich da!
05.12.2017 19:46 Alter: 13 days
Kategorie: Sonstiges

Neues Euregio-Projekt: Grün Blaue Rhein Allianz

Kick-Off Meeting in Nijmegen


Knapp 60 Teilnehmer, darunter Vertreter aller zehn beteiligten Institutionen und Behörden beidseits der Grenze, trafen sich am 15. November in Nijmegen für den offiziellen Startschuss der Grün Blauen Rhein Allianz! Zusammen wollen sie sich in den kommenden 3 Jahren dafür einsetzen, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, nicht nur innerhalb des Naturschutzes, sondern auch mit den Partnern in den Behörden und den Wasser- und Bodenverbänden, verbessert wird. Gefördert wird das Projekt durch die Euregio Rhein-Waal im Rahmen von Interreg V, die Provincie Gelderland und das Land Nordrhein-Westfalen. Nach den Begrüßungsworten und kurzen Vorträgen zum Projekt wurden die Projektthemen bei verschiedenen Exkursionen zur neuen Spiegelwaal (neuer Seitenarm der Waal im Bereich der Stadt Nijmegen) genauer vorgestellt und diskutiert.

Seit vielen Jahrhunderten verbinden der Rhein und seine Nebenflüsse die Menschen auf beiden Seiten der Grenze. Wir Menschen haben aber dafür gesorgt, dass diese ökologische Funktion als Wanderkorridor für die Natur an vielen Stellen erschwert wurde, indem wir verschiedene Naturräume voneinander getrennt haben. Durch mit der Zeit unterschiedlich gewachsenen administrativen Strukturen ist es heute aber mitunter sehr schwer, die ökologische Funktion beidseits der Grenze wieder herzustellen. Die Grün Blaue Rhein Allianz möchte diese Schwierigkeiten abbauen und ein Netzwerk etablieren, das sowohl deutsches als auch niederländisches Expertenwissen vereint.

In verschiedenen Workshops sollen dazu Fallbeispiele mit Entscheidungsträgern aus Behörden, der Wirtschaft, sowie aus Vereinen und Verbänden bearbeitet und damit ein Verständnis für die Vorgehensweise auf der jeweils anderen Grenzseite vermitteln werden.

Und auch die kleinen kommen nicht zu kurz. Zusammen mit den Partnern werden Exkursionen für deutsche und niederländische Schulklassen, auch gemeinsam beiderseits der Grenze angeboten, um ihnen die besondere Bedeutung des hiesigen Naturraums zu vermitteln und zugleich die Kontakte über die Grenze hinweg zu beleben.

Doch die Partner werden auch konkret. Im Mittelpunkt steht die Passierbarkeit der Region für Wanderfische und Fischotter. Der Niederrhein ist eine sehr gewässer- und fischreiche Region, doch stellen besondere Fische wie der Aal oder der Lachs auch besondere Bedingungen an die Passierbarkeit der Gewässer. Dazu wird ein grenzüberschreitendes Monitoringprogramm für Wanderfische aufbauen. Und wo viele Fische sind, da ist auch der Fischotter nicht fern. Sowohl in Nordrhein-Westfalen, als auch in den Niederlanden breiten sich Fischotter immer weiter in Richtung des Projektgebiets aus. Straßenquerungen von Flüssen, Bächen und Gräben stellen dabei immer wieder unüberwindbare Hindernisse dar, an denen sie leicht überfahren werden können. Im Zuge des Projekts soll die aktuelle Verbreitung des Fischotters erfasst und seine Ausbreitung begleitet werden. Damit er sich hier auch wohl fühlt sollen die gefährlichsten Engstellen mit geeigneten Maßnahmen entschärft und besonders strukturschwache Gewässerabschnitte durch gezielte Maßnahmen ökologisch aufwerten. Dies alles in Zusammenarbeit mit den Straßenbauträgern, den Wasser- und Bodenverbänden, und weiteren Akteuren, die über Workshops in das Projekt mit eingebunden werden.